Der Marketingplan. Eine Seite reicht.

Viele kleine Betriebe machen Marketing nebenbei – mal ein Post, mal eine Anzeige, dann wieder wochenlang nichts. Ein Plan auf einer Seite schafft Ruhe. Wie Sie ihn in einem Nachmittag aufstellen und woran Sie merken, ob er wirkt.

Warum ein Plan, und warum so kurz?

Ohne Plan entscheidet der Zufall: Was heute Zeit hat, wird gemacht. Das Ergebnis sind viele Einzelaktionen, die nicht zusammenpassen, und das Gefühl, dass Marketing nichts bringt.

Ein langer Plan hilft aber auch nicht, denn ihn liest niemand. Für einen kleinen Betrieb reicht eine Seite, die an der Wand hängt oder im Handy gespeichert ist. Sie beantwortet fünf Fragen: Wen wollen Sie erreichen? Was wollen Sie sagen? Wo? Wie oft? Und woran merken Sie, dass es funktioniert?

1. Zielgruppe: für wen genau?

„Alle“ ist keine Zielgruppe. Beschreiben Sie Ihre besten Kunden so konkret wie möglich: Wer sind sie, wo wohnen sie, was ist ihnen wichtig, und in welcher Situation suchen sie nach Ihnen?

Eine Friseurin könnte etwa schreiben: Frauen und Männer aus dem Ort und den Nachbargemeinden, die einen festen Salon suchen und Wert auf Beratung legen. Ein Handwerksbetrieb: Eigentümer von Häusern in der Region, die eine Sanierung planen und einen verlässlichen Betrieb suchen.

Sie dürfen auch zwei Gruppen nennen. Mehr sollten es für den Anfang nicht sein.

2. Botschaft: ein Satz, der Sie unterscheidet

Was sollen diese Menschen über Sie wissen? Formulieren Sie einen Satz, der sagt, was Sie anbieten und warum man gerade zu Ihnen kommen sollte. Konkret ist besser als schön: „Termine auch samstags“ sagt mehr als „Ihr Partner für Schönheit“.

Dazu zwei, drei Belege, die Sie immer wieder zeigen können: Ihre Arbeit, Ihr Team, Ihre Abläufe, Stimmen echter Kunden. Diese Botschaft taucht dann überall auf – auf der Website, im Profil, auf dem Flyer.

3. Kanäle: zwei oder drei, nicht zehn

Jeder Kanal kostet Zeit. Wählen Sie die, auf denen Ihre Zielgruppe wirklich nach Ihnen sucht:

  • Ihr Google-Unternehmensprofil. Für fast jeden Betrieb mit Kunden vor Ort der wichtigste Einstieg. Wie Sie es pflegen, lesen Sie in Google-Unternehmensprofil.
  • Ihre Website. Der Ort, an dem aus Interesse eine Anfrage wird. Alle anderen Kanäle führen hierhin.
  • Ein soziales Netzwerk. Meist Instagram oder Facebook, je nach Zielgruppe. Lieber eins gut als drei halb. Tipps dazu stehen in Social Media für kleine Betriebe.
  • Gedrucktes. Flyer, Visitenkarten oder Plakate wirken vor Ort oft stärker als gedacht.
  • Werbeanzeigen. Bei Google oder Meta, wenn Sie schneller sichtbar werden wollen – am besten erst, wenn die Grundlagen stehen.

Schreiben Sie in den Plan, welche Kanäle Sie nutzen, und genauso wichtig: welche bewusst nicht.

4. Rhythmus: lieber regelmäßig als viel

Ein fester Rhythmus schlägt Aktionismus. Legen Sie fest, was wann passiert, und zwar in einer Menge, die Sie auch in vollen Wochen schaffen. Ein Beispiel für einen kleinen Betrieb:

  • Jede Woche: ein Beitrag im sozialen Netzwerk, Bewertungen im Google-Profil beantworten.
  • Jeden Monat: ein Foto-Update im Google-Profil, ein kurzer Blick auf die Anfragen.
  • Jedes Quartal: eine Aktion oder ein Thema, etwa Saisonstart, Gutscheine oder ein neues Angebot.
  • Jedes Jahr: den Plan prüfen und anpassen.

Planen Sie Inhalte gebündelt. Ein Nachmittag mit Fotos und Texten für den ganzen Monat ist entspannter als jeden Tag die Frage, was Sie heute posten.

5. Messen: an Anfragen, nicht an Likes

Likes und Follower fühlen sich gut an, zahlen aber keine Rechnung. Messen Sie, was für Ihren Betrieb zählt:

  • Anrufe und Nachrichten
  • Anfragen über das Formular
  • Terminbuchungen
  • Wegbeschreibungen und Anrufe aus dem Google-Profil

Fragen Sie neue Kunden einfach: „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ Notieren Sie die Antwort. Nach ein paar Monaten sehen Sie, welche Kanäle wirklich Kunden bringen. Wer seine Zahlen gern an einem Ort sieht, findet in Dashboard für kleine Betriebe eine einfache Lösung.

Setzen Sie sich Ziele, die zu Ihrem Betrieb passen, statt Zahlen von anderen zu übernehmen. Wichtig ist die Richtung: Werden es mehr passende Anfragen?

Ihr Plan auf einer Seite

  1. Für wen? Eine oder zwei Zielgruppen, konkret beschrieben.
  2. Was sagen wir? Ein Satz plus zwei, drei Belege.
  3. Wo? Zwei oder drei Kanäle, dazu die bewussten Auslassungen.
  4. Wie oft? Wochen-, Monats- und Quartalsrhythmus.
  5. Woran messen wir? Anfragen, Buchungen, Anrufe.

Schreiben Sie Ihre Antworten auf, hängen Sie sie auf, und schauen Sie einmal im Quartal drauf. Das ist schon mehr Strategie, als viele Betriebe haben.

Wenn Sie Unterstützung möchten

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