Erst die Frage: wer soll Sie finden?
Eine Website in drei Sprachen klingt gut. Sinnvoll ist sie aber nur, wenn es Menschen gibt, die in diesen Sprachen nach Ihnen suchen. Fragen Sie sich deshalb zuerst:
- Woher kommen Ihre Kunden heute? Ein Blick in Ihre Anfragen, Buchungen oder Rechnungen zeigt oft schon die Richtung.
- Wohin wollen Sie wachsen? Ein Weingut, das nach Skandinavien liefert, braucht andere Sprachen als eine Ferienvilla in Kroatien.
- Wer beantwortet die Anfragen? Wenn jemand auf Englisch schreibt, sollte auch jemand auf Englisch antworten können.
Englisch ist fast immer die erste Wahl, weil es viele Länder abdeckt. Weitere Sprachen lohnen sich dort, wo ein bestimmter Markt besonders wichtig ist. Lieber zwei Sprachen richtig als fünf halb.
Echte Übersetzung statt Automat
Automatische Übersetzungen sind schnell und kostenlos. Für eine Website, die verkaufen soll, reichen sie meist nicht. Sie übersetzen Wort für Wort, treffen den Ton nicht und verfehlen Fachbegriffe. Wer auf einer Seite holprige Sätze liest, zweifelt schnell auch am Angebot.
Besser ist eine Übersetzung, die den Sinn überträgt und nicht nur die Wörter. Ein Werbesatz, der auf Deutsch funktioniert, braucht in einer anderen Sprache oft eine ganz andere Formulierung. Auch Preise, Maßeinheiten, Datumsformate und rechtliche Hinweise gehören angepasst. Automatische Tools können dabei helfen, einen ersten Entwurf zu liefern. Am Ende sollte immer ein Mensch lesen, der die Sprache wirklich spricht.
Ein praktischer Tipp: Legen Sie fest, welche Sprache maßgeblich ist. Ändert sich dort eine Aussage, ziehen die anderen Sprachen nach. So erzählt Ihre Website in jeder Sprache dasselbe.
Jede Sprache bekommt eigene Adressen
Damit Suchmaschinen Ihre Sprachen finden, braucht jede Fassung eigene Adressen. Bewährt hat sich ein Unterordner pro Sprache, zum Beispiel:
ihre-firma.de/für Deutschihre-firma.de/en/für Englischihre-firma.de/hr/für Kroatisch
Wichtig ist, dass der Inhalt fest an der Adresse hängt. Websites, die die Sprache nur per Knopf umschalten, ohne dass sich die Adresse ändert, sieht Google oft nur in einer Sprache. Dann bleibt die Übersetzung für die Suche unsichtbar.
hreflang, einfach erklärt
hreflang ist ein kleiner Hinweis im Code jeder Seite. Er sagt Suchmaschinen: Diese Seite gibt es auch auf Englisch, und zwar unter dieser Adresse, und auf Kroatisch unter jener. Google zeigt dann einer Person in London die englische Fassung und einer Person in Split die kroatische.
Damit das funktioniert, müssen die Hinweise auf allen Sprachfassungen stehen und sich gegenseitig nennen. Fehlt einer, ignoriert Google die Angaben oft. Zusätzlich lässt sich eine Standard-Fassung festlegen, die alle sehen, deren Sprache Sie nicht anbieten – meist die englische. Sie müssen das nicht selbst einbauen. Fragen Sie aber Ihre Agentur, ob es eingerichtet ist.
Der Sprachumschalter
Der Sprachumschalter wirkt wie eine Kleinigkeit und sorgt doch oft für Ärger. Drei Regeln helfen:
- Gut sichtbar. Oben auf jeder Seite, auf dem Handy im Menü.
- Sprachen in der eigenen Sprache. „Deutsch“, „English“, „Hrvatski“ – oder kurz DE, EN, HR. Flaggen passen schlecht, weil Sprachen nicht an Ländern hängen.
- Auf dieselbe Seite springen. Wer auf der deutschen Preisseite auf EN tippt, landet auf der englischen Preisseite, nicht auf der Startseite.
Automatische Weiterleitungen nach Browsersprache sollten Sie sparsam einsetzen. Eine gewählte Sprache muss immer Vorrang haben, und Suchmaschinen dürfen nie umgeleitet werden.
Lokale Suchbegriffe statt Übersetzung der Stichworte
Menschen suchen in jedem Land anders. Was auf Deutsch „Ferienwohnung“ heißt, kann auf Englisch „holiday rental“, „holiday let“ oder „vacation rental“ sein, je nachdem, ob jemand aus Großbritannien oder den USA kommt. Prüfen Sie deshalb für jede Sprache, welche Begriffe dort wirklich gesucht werden, und verwenden Sie diese in Überschriften, Seitentiteln und Beschreibungen. Wie Sie lokal bei Google gefunden werden, lesen Sie in Google-Unternehmensprofil.
Beispiel: die Ferienvilla mit Gästen aus ganz Europa
Eine Villa an der Adria bekommt Gäste aus Deutschland, Österreich, Skandinavien und Großbritannien. Die Website erscheint auf Englisch und Deutsch, dazu auf Kroatisch für Partner vor Ort. Jede Sprache hat eigene Adressen, die Buchungsstrecke funktioniert in allen Fassungen, und die Bestätigungsmails kommen in der Sprache des Gasts. So bucht der Gast direkt und nicht über eine Plattform. Mehr dazu in Direktbuchung für Ferienwohnungen und unter Mundara for Hosts.
Was Sie vorab klären sollten
- Welche Sprachen, und welche ist maßgeblich?
- Wer übersetzt, und wer liest gegen?
- Werden alle Seiten übersetzt oder nur die wichtigsten?
- Wer antwortet auf Anfragen in welcher Sprache?
- Funktionieren Formulare, Buchung und E-Mails in allen Sprachen?
Gute Texte sind in jeder Sprache die Grundlage. Wie sie entstehen, steht in Website-Texte schreiben.
So machen wir es
Kernteam in Deutschland und auf Bali, Partner in Kroatien: Mehrsprachigkeit gehört bei uns zum Alltag. Websites bauen wir auf Deutsch, Englisch und Kroatisch und auf Wunsch in weiteren Sprachen – mit eigenen Adressen, hreflang und einem Sprachumschalter, der auf die passende Seite führt. Mehrseitige Websites gibt es bei uns ab 1.490 €. Was Ihre mehrsprachige Website kostet, steht im Angebot nach dem Erstgespräch. Mehr unter Webdesign, Internationaler Markenaufbau und Kontakt.